Urlaubszeit ist Reisezeit Teil 2

Im letzten Artikel ging es darum, welche Ausrüstung man am besten mit auf die Urlaubsreise nimmt. Wer sich dabei unsicher ist und nochmal nachlesen möchte, klickt einfach hier: Urlaubszeit ist Reisezeit Teil 1

Diesmal sollen aber Objektive und Zubehör nicht im Mittelpunkt stehen, schließlich ist die Ausrüstung nur Mittel zum Zweck.

Vielmehr gibt es drei einfache Ratschläge von mir, mit denen ihr zwar immer noch selbst dafür sorgen müsst, dass ihr tolle Bilder mit aus dem Urlaub bringt. Aber hoffentlich nehmen sie euch etwas Arbeit – gerade nach dem Urlaub – ab.

1. Inspiration aus dem Netz

Ich hatte im letzten Artikel schon angedeutet, dass man sich vor einer Reise anschauen sollte, was andere Menschen vor einem dort fotografiert haben.

Ich halte diesen Punkt für so wichtig, dass ich noch einmal etwas detaillierter darauf eingehen möchte. Mein erster Anlaufpunkt für eine Bilderrecherche ist immer 500px.com – flickr, instagram oder ein anderes der großen Bilderportale tun es aber genauso gut. Hier schaue ich mir mit Hilfe der Suchfunktion Bilder an, die mit der betreffenden Stadt oder Region getaggt wurden.

Erstens entdecke ich so oft ein paar Attraktionen, die nicht in jedem Reiseführer stehen und zweitens mache ich mir ein Bild, welche Sehenswürdigkeiten fotografisch interessant sind. Beispielsweise bin ich so vor meinem letzten Londontrip auf die Warner Brother Studios gestoßen.

Nur eines der "magischen" Bilder in den Warner Brother Studios ©Tim Beyenbach

Eine der „magischen“ Requisiten aus den Warner Brother Studios  © Tim Beyenbach

Dort wurden alle Harry Potter Filme gedreht, es ist ein riesiges Areal und fotografisch eine wahre Goldgrube. Wer sich von euch dafür interessiert und immer schon mal durch die Große Halle oder die Winkelgasse spazieren wollte, dem sei bei der nächsten Londonreise ein Tagesausflug dorthin mehr als empfohlen.

Außerdem kann ich in diesen Fotoportalen bei allen Aufnahmen gleich schauen, mit welchem Equipment und mit welchen Einstellungen fotografiert wurde. So sehe ich sofort, ob einzelne Aufnahmen für mich realisierbar sind. Also zum Beispiel ob ein Blitz, ein Stativ oder ein ganz spezielles Objektiv verwendet wurde.

Ich halte es übrigens nicht für schlimm, wenn man während seines Urlaubs ein paar Postkartenmotive einfängt. Die wurden selbstverständlich schon von tausenden Fotografen vor mir so oder so ähnlich gemacht und natürlich auch auf den einschlägigen Internetseiten geposted. Ich kann auch verstehen, dass viele von euch lieber ihre ganz eigenen, individuellen Fotos mit nach Hause bringen wollen.

Aber glaubt mir, wenn ihr nach Paris fahrt und kein Foto vom Eiffelturm unter euren Bildern ist, dann werden alle denen ihr eure Bilder präsentiert euch fragen, wo denn das Bild vom verdammten Eiffelturm bleibt. Ganz einfach, weil jeder eurer Lieben so ein Bild schlicht erwartet. Diese Erwartung ist so groß, dass alle völlig abgelenkt von dem wären, was sich nicht unter euren Bildern befindet, dass eure eigentlichen Bilder völlig untergehen. So hilft euch ein schönes „Postkartenmotiv“ die Brücke zwischen euch und all jenen zu schlagen, die sich ansonsten nicht mit Fotografie beschäftigen.

Wenn eure Bilder dann mit Postkarten verglichen werden („Aww… wie auf einer Postkarte.“), solltet ihr nie vergessen, dass das unter den allermeisten Nichtfotografen ein ganz großes Kompliment ist.

2. Vor dem Urlaub anfangen

Viele von euch – mich eingeschlossen – werden wohl mit dem Gedanken spielen, die schönsten Aufnahme einer Reise in einem Fotobuch zu präsentieren. Häufig sitzt man allerdings nach dem Urlaub vor dem PC, hat die ganzen Urlaubsbilder gesichtet und fragt sich nun, womit man anfangen soll. Mit einem Bild vom Hotel oder der Anlage vielleicht? Oder doch eher einer Aufnahme vom Strand? Denn häufig sind das tatsächlich die ersten Bilder, die man im Urlaub auf die Speicherkarte bannt.

Deshalb mein Rat: Fangt schon vor dem Urlaub mit dem Fotografieren an. Eine Detailaufnahme der Reiseunterlagen, ein Foto vom Kofferpacken, das Warten auf den Flieger… Es gibt schon davor unzählige Möglichkeiten für Fotos. Mit solchen Bildern, wo man quasi den Startschuss der Reise noch nachhallen hört, lässt sich ein Fotobuch ganz harmonisch starten. Ein Fotobuch, dass sich mit einem durchgehenden roten Faden präsentiert, lässt sich auch viel gefälliger durchblättern. Die meisten Geschichten starten nämlich nicht mittendrin, sondern am Anfang.

Bei der Gelegenheit noch ein Hinweis: Es schadet ganz bestimmt nicht, sich ein kleines Notizbuch für die Reise anzuschaffen. Darin findet ganz vorne eine kleine Checkliste mit den wichtigsten Motiven der Reise Platz. Wer von euch damit immer noch vergisst ein Bild vom Eiffelturm in Paris zu machen, dem kann ich auch nicht mehr helfen. Außerdem können Routen, Gedanken und Erlebnisse vor Ort in dem Büchlein super festgehalten werden. Die etwas besseren Notizbücher haben häufig ganz hinten eine Lasche, in welche Eintritts- oder Fahrkarten wandern können. Solche Kleinigkeiten sind es am Ende, die ein Fotobuch ganz schön aufpeppen.

3. Schilder und Karten

Apropos Fotobuch… Noch ein Tipp, der euch nach dem Urlaub viel Arbeit erspart. Straßenschilder und alle Arten von Beschilderungen (Restaurantaufsteller in Landessprache, Karten oder wie im Titelbild eine typische Bushaltestelle) machen sich in jedem Fotobuch gut. Wenn Freunde und Verwandte sich euer Fotobuch anschauen, wissen sie sofort wo die Bilder gemacht wurden. Außerdem lockern Detailaufnahmen von bunten Beschilderungen eine Fotobuchseite enorm auf. Auch ein Straßenschild mit einer schönen Landschaft im Hintergrund hat schon so manches neue Kapitel in einem Reisefotobuch großartig eingeleitet.

Übrigens, wenn eine Infotafel interessante Informationen enthält ohne das ein Foto wirklich lohnenswert wäre: Fotografiert solche Schilder trotzdem. Ihr müsst dann Zuhause nicht lange recherchieren, wenn ihr noch einen kleinen Text zu den fotografierten Sehenswürdigkeiten schreiben wollt. Außerdem wisst ihr so auf Anhieb, welches Gebäude da auf dem Bild gleich nochmal abgebildet war.

 

So, das war der zweite Teil meiner Reihe über Reise- und Urlaubsfotografie. Ich hoffe, ihr konntet ein paar Anregungen für euch selbst mitnehmen. Wenn ihr noch den ein oder anderen Kniff für die perfekte Vorbereitung auf Lager habt, ab damit in die Kommentare.

Der nächste Teil wird sich mit den Fotos vor Ort beschäftigen. Also seid gespannt.

In diesem Sinne, allzeit gut Licht.

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