Festival of Lights – Berlin macht das Licht an

Festival of Lights 2014

Schon vor einiger Zeit hatte ich auf die momentanen Lichterfeste in der Hauptstadt aufmerksam gemacht. Wer noch einmal wissen will, was eigentlich in der Stadt los ist, schaut hier nochmal nach: Save the date: Gleich drei Lichtspektakel in Berlin.

Mittlerweile war ich selbst an zwei Abenden unterwegs und möchte euch meine Erfahrungen natürlich nicht vorenthalten.

Mein Startpunkt am ersten Tag war der Alex. Von dort habe ich meinen Weg zum Dom, an der Humboldtuniversität vorbei bis zum Bebelplatz fortgesetzt. Da am nächsten Morgen die Arbeit rief, war zeitlich leider nicht mehr drin. Außerdem wollte ich mir für die einzelnen Stationen ausreichend Zeit lassen.

Alexanderplatz

Am Alex war es noch vergleichsweise ruhig. Auf dem Alexanderplatz selbst war nur die Fassade des Galeria Kaufhof mit einer wechselnden Lasershow angeleuchtet. Ganz hübsch anzusehen, aber fotografisch nicht gerade ein Highlight.

Natürlich war, wie in den vergangenen Jahren auch, der Fernsehturm ebenfalls angestrahlt. Außerdem waren auch wechselnde Lichteffekte unter- bzw. oberhalb der Kuppel zu sehen. Wer selbst schon mal auf dem Alexanderplatz stand, weiß wie schwierig es ist, aus dieser Position ein wirklich schönes Foto vom Fernsehturm zu machen.

Ich entschied mich schnell dagegen. Die Lichteffekte waren auch nicht so spektakulär, dass ich unbedingt ein Foto davon haben musste. Die besten Bilder vom Fernsehturm gelingen übrigens nicht vom Alex direkt, sondern etwas weiter entfernt und möglichst hochgelegen (Häuserdächer, Balkone, Hochhäuser u.ä.). Dann fügt sich der Fernsehturm harmonisch in das Stadtbild ein und bildet einen eindeutigen Bezugspunkt für das Bild.

Probiert es aus, ihr werdet staunen.

Vom Alexanderplatz zum Dom

Auf dem Weg Richtung Dom merkte ich langsam, dass die Straßen immer voller wurden. Wenn man am Domaquarée vorbei ist und über die Spreebrücke läuft, gibt es einen schönen Blick auf das Radisson Blu Hotel. Ein paar hübsche LED-Effekte laden dazu ein, auf der Brücke die Fassade mit der Spree und den dazugehörigen Spiegelungen einzufangen. Außerdem fahren beleuchtete Schiffe die Spree entlang und werfen auch noch Bilder auf die am Ufer stehenden Häuser.

Mir war die Brücke zu voll, um mein Stativ auszupacken und ein Schiff war auch gerade durchgefahren. Ich wusste nicht mal, wann der nächste beleuchtete Kahn vorbei schippern würde. Ich wollte endlich den Dom sehen, also weiter.

Berliner Dom

Am Dom angekommen wurde ich von der riesigen Menschenmenge fast erschlagen. Ich habe noch nie so viele Stative auf einem Fleck gesehen. Anscheinend hat doch der ein oder andere meinen letzten Artikel für wirklich scharfe Fotos gelesen und den Tipp Nummer Eins gleich beherzigt…

Der Dom wird in verschiedenen Motiven angestrahlt, gerade mit dem Springbrunnen davor ein sehenswertes Motiv. Aber auch Streetfotografen kommen hier nicht zu kurz. Durch den Brunnen als Hintergrund bekommt ihr zum Beispiel gute Scherenschnitte der Passanten.

Festival of Lights

Silhuette an der Humboldt Box © Tim Beyenbach

Von einem Foto, welches ebenfalls am Dom entstanden ist, wird es übrigens bald eine neue Bildergeschichte zu lesen geben. Es war mein persönliches fotografisches Highlight des gesamten Festival of Lights 2014. Seid also gespannt.

Humboldtuniversität

Festival of Lights

Humboldt-Universität © Tim Beyenbach

Nach einer Stunde mit reichlich Fotos im Gepäck führte mich mein Weg zur Humboldt-Universität. Auch hier waren die Fassaden schön angeleuchtet. Mit der Statue von Alexander Humboldt im Vordergrund ein schönen Blickfang. Ein wenig Geduld sollte man zwar mitbringen, aber dann kommt ihr hier auch an einen guten Platz zum Fotografieren.

Bebelplatz

Festival of Lights

Bebelplatz © Tim Beyenbach

Auf der anderen Straßenseite, dem Bebelplatz, hatte sich schon eine große Menschenmenge versammelt. An diesem Tag war das Hotel de Rome nämlich als Standort für die “Wächter der Zeit“ auserkoren. Das ist eine wandernde Illumination. Die Wächter werden jeden Tag des Festival of Lights an einem anderen Ort in Berlin aufgestellt.

Ich muss gestehen, ein wenig habe ich mich dort für die fotografierende Zunft geschämt. Klar, jeder will ein schönes Foto mit nach Hause nehmen. Besonders wenn man den ganzen Abend mit Stativ und dem ganzen Fotokram auf dem Rücken unterwegs ist. Und ja, Tante Erna die ein Selfie von sich und einem Wächter der Zeit macht, soll vermutlich nicht auf dem Bild sein.

Trotzdem ist es eine öffentliche Ausstellung und nur, weil 50 oder mehr Hobbyfotografen die Wächter mit ihren Stativen belagern, muss nicht jeder Passant auf sein persönliches Handyfoto verzichten. Schon gar nicht muss man jeden Passanten, der sich den Wächtern auf weniger als zehn Schritte nähert, anblaffen und vom Motiv verscheuchen.

Sorry, das musste einfach mal gesagt werden.

Das Hotel de Rome selbst ist mit seinen wechselnden Motiven sehenswert, diente mir aber wie man sieht nur als Kulisse für die Wächter der Zeit.

Festival of Lights

„Wächter der Zeit“ am Bebelplatz © Tim Beyenbach

Zusammenfassend bleibt vom ersten Tag die Erkenntnis: Wenn ihr einigermaßen gute Fotos machen wollt und vielleicht noch einen bestimmten Blickwinkel oder Bildauschnitt im Auge habt, solltet ihr sehr viel Zeit und auf jeden Fall ein Stativ mitbringen. Wie gesagt, an einigen Illuminationen herrschen belagerungsähnliche Zustände.

Gendarmenmarkt

Am nächsten Tag standen dann der Gendarmenmarkt, das Brandenburger Tor und der Potsdamer Platz auf dem Programm. Das Konzerthaus auf dem Gendarmenmarkt bietet ebenfalls eine schöne Lichtshow und ist vor allem nicht ganz so voll wie die anderen großen Illuminationen. Musikalische Untermalung gibt es außerdem gratis dazu. Quasi schon sowas wie ein Geheimtipp von mir.

Festival of Lights

Konzerthaus Berlin © Tim Beyenbach

UPDATE: Ich war am Freitag unter anderem noch einmal auf dem Gendarmenmarkt. Dabei ist mir eine Feuershow von einigen Straßenkünstlern aufgefallen. Die Truppe freut sich über ein großes Publikum und ist wohl auch am Wochenende vor Ort. Wer dort vorbei kommt, sollte die Vorführung (aller 30-40 Minuten zum späteren Abend) auf jeden Fall mitnehmen.

Festival of Lights 2014

Feuershow am Gendarmenmarkt © Tim Beyenbach

Immer wieder die „Wächter der Zeit“

Auf dem Weg zum Brandenburger Tor begegnete ich vor dem Microsoft Gebäude (Unter den Linden 17) schon wieder den Wächtern.

Festival of Lights

Microsoft Berlin © Tim Beyenbach

Diesmal mehr oder weniger an eine Baustelle gesetzt, war es fast noch schwieriger einen guten Platz zu ergattern. Ihr macht euch keine Vorstellungen, wieviele Stative auf so engem Raum um mich herum aufgebaut waren. Das Microsoft Gebäude bot allerdings auch einen guten Hintergrund. Hier wurde Live-2D-Mapping gezeigt.

Brandenburger Tor

Festival of Lights

Brandenburger Tor © Tim Beyenbach

Wie erwartet war auch das Brandenburger Tor nicht gerade leer. Schon erstaunlich wie viele Leute sich dort mitten in der Woche spät am Abend rumtreiben. Aber andererseits gehörte ich selbst dazu…

Die Lichtshow ist nett, fotografisch interessanter und einfacher festzuhalten sind die einzelnen Motive zwischen den Liveshows. Die kurze Show läuft alle zehn Minuten.

Hier noch ein kleiner Tipp für einen schönen Standort: An der Seite des Brandenburger Tors zwischen den Säulen lassen sich interessante Blickwinkel finden. Außerdem steht dort kein Mensch mit seinem Stativ. Alle haben ihre Stative nämlich frontal zum Tor aufgebaut und behindern sich gegenseitig. Probiert es ruhig einmal selbst aus.

Festival of Lights

Brandenburger Tor mal anders © Tim Beyenbach

Potsdamer Platz

Der Weg vom Brandenburger Tor zum Potsdamer Platz war recht unspektakulär. Nehmt ruhig die Landesvertretungen zur linken Seite mit, hier geht es auch sehr ruhig zu und vielleicht ergibt sich das ein oder andere Motiv.

Festival of Lights

Auf dem Weg zum Potsdamer Platz © Tim Beyenbach

Auf dem Potsdamer Platz angekommen, ist das Gedränge wieder groß. Gerade auf dem Platz selbst ist eine Menge los: die Häuserfassaden und der Boden sind illuminiert, Rolltreppen und Parkbänke leuchten, außerdem laden sitzende und unbeleuchtete Wächter der Zeit zum Hineinklettern ein.

Festival of Lights

Am Potsdamer Platz leuchtet eine ganze Menge © Tim Beyenbach

Etwas weiter, gegenüber des großen Cinemaxx-Kinos, gibt es noch einen beleuchteten Schriftzug “We love Berlin“. Auch hier ist vergleichsweise nicht ganz so viel los, ein Besuch lohnt sich also.

Festival of Lights

We love Berlin © Tim Beyenbach

Danach war ich aber auch fertig mit meinen Streifzügen durch das beleuchtete Berlin. Es gibt sicher noch viele Illuminationen mehr zu entdecken. Wer aber wirklich alles sehen will, müsste praktisch jeden Abend des Festivals durch die Straßen laufen.

 

Wenn ihr selbst noch das ein oder andere sehen wollt, könnt ihr die Illuminationen noch bis Sonntag bestaunen. Danach macht Berlin wieder das Licht aus. Ich hoffe, ich konnte euch vielleicht noch ein paar Anregungen mit auf den Weg geben.

Gerne könnt ihr in den Kommentaren eure eigenen Erfahrungen mit dem Festival of Lights mitteilen. Was hat euch besonders gut gefallen und welche Stationen eher nicht? Habt ihr noch einen Geheimtipp gefunden? Und findet ihr es bei den Wächtern der Zeit auch viel zu voll?

In diesem Sinne, allzeit gut Licht.

16 Comments

    • Vielen Dank für das Lob.
      Ja, die Ländervertretungen sollte man unbedingt mitnehmen. War schön anzusehen und man musste nicht um seinen Stativplatz kämpfen…
      Tim

      Reply
  1. Hallo Tim,
    deine Seite ist echt interressant. Ich komme aus dem hohen Norden und will auf das Festival of lights mit ein paar Hobbyfotografen im unteren Niveau. Würdest du uns Standort Tipps geben köennen und mir ev. ein Objektiv raten für die D70 mit dem man fast alle Motive zu diesem Event abdecken kann.
    Es wäre nett mal etwas von Dir als Profi zu hören.
    Lieben Gruss
    Bernd

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    • Hallo Bernd,
      freut mich sehr, dass dir mein Blog gefällt.
      Berlin ist sicher immer eine Reise wert, gerade zum Festival of Lights. Dieses Jahr findet das Ganze vom 9.-18.10.15 statt.
      Meine Bilder sind fast alle mit einem 17-50mm 2.8 von Tamron entstanden. Dazu noch einige mit einer 50mm-Festbrennweite (vor allem die Bilder zum Festival of Lights auf der Facebookseite von timfotografiert.de).
      Mit einem Kitobjektiv (18-50mm o.ä.) sind die Bilder aber auch problemlos möglich. Wichtig ist vor allem ein Stativ, um verwacklungsfreie Bilder der Installationen zu bekommen. Gute, bequeme Schuhe und ein angenehm zu tragender Kamerarucksack sind aber mindestens genauso wichtig, glaube mir…
      Wenn du an sich ein Lieblingsobjektiv hast, egal wie unpassend es für den Anlass zu sein scheint, nimm es auf jeden Fall auch mit.
      Zu den genauen Standorten kann ich (noch) nicht so viel sagen. Schaut einfach, wo die einzelnen Installationen sind (die Organisatoren bieten auf ihrer Website immer eine Karte an, auf der alles eingezeichnet ist) und macht euch eine Route. Wenn ihr aber vom Alexanderplatz über den Dom zum Brandenburger Tor und von dort zum Potsdamer Platz lauft, liegen die größten und bekanntesten Illuminationen mit Sicherheit auf eurem Weg.
      Ich wünsche euch auf jeden Fall ganz viel Spaß, wenn ihr hier in Berlin seid. Vielleicht laufen wir uns ja beim nächsten Festival of Lights über den Weg.
      Solltest du noch Fragen haben, kannst du dich natürlich auch jederzeit melden.
      Viele Grüße und allzeit gut Licht,
      Tim

      Reply
      • Hallo Tim vielen Dank für dein Statement. War hilfreich. Reiche es an meine Fotogruppe weiter. Machst du eigentlich auch kostenpflichtige fotowalks mit Gruppen beim Festival?

        Reply
        • Hallo Bernd,
          gern geschehen. Dafür bin ich doch da.
          Da eine geführte Fototour für eine Gruppe immer eine recht individuelle Angelegenheit ist, würde ich dich bitten, mich deswegen einfach per Mail (tim@timfotografiert.de) zu kontaktieren, wenn ihr daran Interesse haben solltet.
          Viele Grüße,
          Tim

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