Let there be light! – Mein Erfahrungsbericht zum Festival of Lights 2015

Festival of Lights 2015

Letztes Mal hatte ich euch bereits vom diesjährigen Festival of Lights erzählt. Wie im letzten Jahr habe ich natürlich wieder für euch eine Runde in den Straßen Berlins gedreht.

Mein Weg führte mich vom Potsdamer Platz über das Brandenburger Tor – besser gesagt, darunter hindurch – zum Gendarmenmarkt und schließlich zum Berliner Dom.

Da ich unter der Woche unterwegs war, liefen nicht ganz so viele Menschen durch das Bild wie noch im vergangenen Jahr. Voll war es trotzdem, denn das Festival of Lights hat sich mittlerweile zu einem echten Touristenmagneten entwickelt.

Einige neue Attraktionen sind dazu gekommen, auf einiges musste man verzichten. So waren die Wächter der Zeit in diesem Jahr nicht mit von der Partie, was ich sehr schade fand. Sie hatten das Festival of Lights 2014 wirklich bereichert.

Aber nun gut, neues Jahr – neues Glück…

Potsdamer Platz

House of Cards zum Festival of Lights 2015

House of Cards – DIE Attraktion am Potsdamer Platz. © Tim Beyenbach

Schon bei meiner Ankunft wurde mir klar: Hier war wie immer eine Menge los. Nicht nur die Bäume und Sträucher waren beleuchtet.

Mit dem sogenannten House of Cards hatte der Potsdamer Platz eines der absoluten Highlights beim Festival of Lights 2015. Das riesige beleuchtete Kartenhaus mitten auf dem Potsdamer Platz war dementsprechend von Stativen und Schaulustigen umringt. Sogar ein Sicherheitsmann patroullierte laufend um das Kartenhaus.

Mich zog es danach noch zum See am Atrium Tower. Hier gab es eine Mischung aus Wasserspiel, Musik und Licht zu bestaunen. Zum Fotografieren nicht ganz so spektakulär wie das House of Cards, aber dafür war es hier auch deutlich leerer. Vermutlich weil die ganze Installation etwas abgeschieden liegt – also fast schon sowas wie ein Geheimtipp.

Festival of Lights 2015 See am Atrium Tower

Nicht so überlaufen und trotzdem sehenswert: Wasserspiel auf dem See am Atrium Tower © Tim Beyenbach

Brandenburger Tor

Vom Potsdamer Platz zum Brandenburger Tor war es nur ein kurzer Fußmarsch. Wer sich von euch ebenfalls noch auf den Weg machen möchte, sollte auch noch die Ministerien auf der rechten Seite mitnehmen. Die Illuminationen sind ebenfalls hübsch anzuschauen, aber ähnlich wie im letzten Jahr. Ein entsprechendes Bild findet sich in meinem Erfahrungsbericht 2014.

Die Macher des Festival of Lights 2015 hatten sich für das Brandenburger Tor etwas ganz Besonderes einfallen lassen. 6 Finalisten aus 6 Ländern traten dort zum 1. Festival of Lights Award im Project Mapping gegeneinander an.

Die Show der 6 Finalisten startet jede halbe Stunde neu und dauert ca. 25 Minuten. Also gibt es eigentlich immer was zu sehen.

Brandenburger Tor

Auch zwischen den Shows bleibt das Brandenburger Tor nicht dunkel. © Tim Beyenbach

Die Shows selbst sind mit Musik untermalt und es ist die ganze Zeit ordentlich was los. Das gilt allerdings auch für den Platz vor dem Brandenburger Tor. Hier einen menschenleeren Moment abzupassen, ist besonders schwer.

Für mich waren die ganzen Bewegungen nur schwierig im Foto umzusetzen. Also habe ich kurzerhand selbst mit der Kamera für Bewegung gesorgt:

Erfahrungsbericht Festival of Lights

Auch die Pferde einer Quadriga brauchen manchmal etwas Auslauf. © Tim Beyenbach

Ich freu mich sehr, dass das Bild letztlich so geklappt hat, wie ich es mir vorgestellt hatte. Es ist mein persönliches fotografisches Highlight beim Festival of Lights 2015.

Konzerthaus am Gendarmenmarkt

Konzerthaus am Gendarmenmarkt

Hatte letztes Jahr mehr zu bieten: Das Konzerthaus am Gendarmenmarkt © Tim Beyenbach

Weiter ging es zum Gendarmenmarkt und auch hier war alles hell erleuchtet. Sowohl die Kirchen als auch das Konzerthaus zeigten sich von ihrer strahlenden Seite. Leider gab es nicht so eine tolle Show wie 2014 zu sehen. Die Illumination zeigte sich vergleichsweise durchschnittlich. Ich war etwas enttäuscht und setzte meinen Weg recht schnell Richtung Bebelplatz fort.

Bebelplatz

Auf dem Bebelplatz angekommen, stach sofort das Gebäude der Juristischen Fakultät hervor. Zwar war es die gleiche Illumination wie im letzten Jahr, aber trotzdem sehenswert.

Juristische Fakultät auf dem Bebelplatz

Wie immer ein Hingucker: Die juristische Fakultät. © Tim Beyenbach

Zum Glück hatte ich mein Fisheye-Objektiv dabei, um das ganze Gebäude auf das Foto zu bekommen.

Gleich daneben wurde einem mit dem Hotel de Rome noch eine wirklich gute Vorstellung im Project-Mapping geboten. Wer dort ist, sollte sich die Show auf keinen Fall entgehen lassen.

Hotel de Rome beim Festival of Lights 2015

Ob mit oder ohne Kamera – die beste Illumination des Abends: Das Hotel de Rome. © Tim Beyenbach

Humboldtuniversität

Gleich gegenüber vom Bebelplatz befindet sich die Humboldtuniversität. Als ich ankam, war dort unglaublich wenig los. Deshalb entschloss ich mich, die Zeit zu nutzen und mich genau in die Mitte des Eingangsbereiches zu stellen. Das Ergebnis könnt ihr hier sehen:

Humboldtuniversität Berlin

Mein Little Planet zum Festival of Lights 2015: Die Humboldtuniversität. © Tim Beyenbach

Palais am Festungsgraben

Erfahrungsbericht Festival of Lights 2015

Palais am Festungsgraben © Tim Beyenbach

Wer sich von euch von der HU zum Berliner Dom begeben möchte, sollte noch zwei Stationen anlaufen. Eine davon ist das Palais am Festungsgraben. Hier gibt es zwar wenig Platz zum Fotografieren, schön anzusehen ist die Illumination aber dennoch. Außerdem sind auch das Gorki-Theater links davon (ebenfalls beleuchtet) und das dt. historische Museum rechts davon Hingucker.

Wer von euch kein Weitwinkel unter seinen Objektiven hat, kann ein Panorama aus mehreren Einzelbildern versuchen. Eine andere Möglichkeit ist eine Aufnahme von schräg rechts auf der anderen Straßenseite. Hier könnt ihr ganz bequem mit einer Normalbrennweite arbeiten und habt zusätzlich den Vorteil einer Lichtspur, wenn während der Aufnahme gerade ein Auto vorbei fährt. Mir gefällt das Ergebnis sogar noch besser als das Foto oben:

Palais am Festungsgraben

Mit dem richtigen Standort klappt es auch ohne Weitwinkel. © Tim Beyenbach

Stadtschloss

Vor dem Dom wartete dann noch das neu gebaute Stadtschloss auf mich. Noch ist es nicht ganz fertig, aber ich rechne mit einer Fertigstellung zumindest vor dem Flughafen in Schönefeld. Aber vermutlich hat das Stadtschloss damit noch bis 2030 Zeit…

Wie dem auch sei, die Großbaustelle Stadtschloss wurde auf der Westseite mit dem fertigen Abbild des Schlosses illuminiert. Ihr könnt euch also einen guten Eindruck davon machen, wie es dort einmal aussehen soll:

Stadtschloss Berlin 2015

Ein paar Kräne zeugen noch von der Baustelle, aber ansonsten wirkt die Illumination schon sehr gelungen. © Tim Beyenbach

Man kommt übrigens nicht direkt auf die Baustelle, aber vom anderen Spreeufer habt ihr einen guten Ausblick.

Berliner Dom

Festival of Lights 2015 Berlin

Bietet jedes Jahr neue Motive: Der Berliner Dom © Tim Beyenbach

Letzte Station meines abendlichen Ausflugs war der Berliner Dom. Wie immer ein Besuchermagnet, aber unter der Woche in den späten Abendstunden leerte sich der Lustgarten schon spürbar. Leider war der Brunnen schon aus. Aber das tat meiner Freude über die schönen Motive keinen Abbruch.

Hier lohnt übrigens auch ein Blick zurück, die großen Projektoren sind ebenfalls ein lohnenswertes Motiv:

Erfahrungsbericht Festival of Lights 2015

Mit diesen Projektoren wird der Berliner Dom illuminiert. © Tim Beyenbach

Bei dieser Gelegenheit entstand außerdem noch das Titelbild für diesen Artikel. Der Effekt darauf wurde ganz ähnlich wie beim Brandenburger Tor von mir bewerkstelligt, aber das konntet ihr euch sicher schon denken.

Mein Fazit zum Festival of Lights 2015

Das war es dann auch schon. Mein Fußmarsch mit Stativ und Kamerarucksack hatte ein Ende und ich machte mich auf den Weg nach Hause.

Ich hoffe, ich konnte euch mit meinem Ausflug einen kleinen Einblick über einige der vielen Illuminationen geben. Für mich war es eine tolle Gelegenheit, Berlin mal wieder von einer anderen Seite kennenzulernen. Gebäude wie das Palais am Festungsgraben standen bisher nie in meinem fotografischen Fokus. Insgesamt gefielen mir die Illuminationen im letzten Jahr ein wenig besser, vielleicht setzte bei mir auch nur eine gewisse Gewöhnung ein.

Meine Favoriten waren ganz klar das House of Cards am Potsdamer Platz und das Hotel de Rome. Die Ministerien zwischen Potsdamer Platz und Brandenburger Tor waren dagegen etwas enttäuschend, hier hätte man sich ruhig etwas Neues ausdenken können.

Wer von euch das Festival of Lights noch nicht besuchen konnte, hat nur noch heute Abend von 19 bis 24 Uhr die Gelegenheit dazu. Danach gehen in Berlin die Lichter – zumindest bis zum nächsten Jahr – wieder aus.

 

Wie sieht es mit euch aus? Hat euch mein Erlebnisbericht gefallen? Was waren eure Erlebnisse und Highlights beim Festival of Lights? Schreibt mir einfach in den Kommentaren.

Brandenburger Tor Berlin 2015

© Tim Beyenbach

UPDATE: Nun ist das Festival of Lights vorbei, aber ich war am letzten Abend noch einmal unterwegs.

Ich hatte schon geschrieben, dass in diesem Jahr die Wächter der Zeit leider fehlten. Aber ich konnte noch jemanden treffen, der ihr Fehlen mehr als wett gemacht hat.

Sein Name ist Higgs, er kommt laut eigener Aussage vom Pluto und ich habe ihn für mich „Man of Light“ getauft:

Festival of Lights 2015

Der Man of Light am Brandenburger Tor © Tim Beyenbach

Eine absolut positive Erscheinung des Festival of Lights 2015. Mit viel Humor und tollen Showeinlagen führte er Besucher vom Brandenburger Tor zum Berliner Dom. Dabei erklärte er nicht nur die einzelnen Illuminationen, sondern erzählte auch eine Menge wissenswertes über die jeweiligen Gebäude.

Hoffentlich schafft er es auch im nächsten Jahr für ein, zwei Wochen wieder vom Pluto nach Berlin.

Man of Light vor der juristischen Fakultät

Für jemanden vom Pluto spricht er erstaunlich gut Deutsch und Englisch: Der „Man of Light“ © Tim Beyenbach

In diesem Sinne, allzeit gut Licht.

8 Comments

  1. Hallo Tim,
    mir gefallen die Fotos und auch dein Bericht hierzu sehr gut. Mein Favorit ist die schräge Aufnahme vom Palais. Wahrscheinlich durch die extreme Dynamik.
    Allerdings sieht das Foto vom Brandenburger Tor auch richtig gut aus.
    Viele Grüße
    Marcel

    Reply
  2. Einen tollen Bericht zu diesen Licht Highlight hast du da verfasst. Die Bilder können sich wirklich sehen lassen. Es war bestimmt beeindruckend live dabei zu sein.
    Vielleicht klappt es bei mir ja auch irgendwann.
    mfg

    Reply
    • Hallo Karin,
      vielen Dank für das Lob.
      Klar, live vor den Gebäuden zu stehen, ist nochmal eine Ecke besser. Zumal man dann auch die vielen Videoprojektionen genießen kann, die eher schwierig auf einem Foto festzuhalten sind.
      Also, solltest du vielleicht nächstes Jahr Zeit haben, lohnt sich ein Besuch definitiv.
      Liebe Grüße,
      Tim

      Reply
  3. Hallo Tim,
    tolle Bilder. Wie damals schon gesagt war ich auch da. Mit ein paar freunden unserer Laienfotogruppe. Es hat uns sehr gut gefallen. Leider bekam ich den Samstag ne ordentliche Erkältung und konnte nur im Hotel bleiben.
    Das führt jetzt dazu das ich Deinen Blog gelesen habe und ich gern nächstes Jahr deine Bedingungen wissen würde für so einen Walk mit Coaching. Wenn Du die Daten weisst und auch Zeit hättest wäre das gut.
    Viele Grüsse aus dem hohen Norden.
    Bernd

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